Birgit Greifeneder mit ihren Kolleginnen Linda und Stephanie und drei LernLEO Schülerinnen.

Für eine Chance auf eine bessere Zukunft

Engagierte MitarbeiterInnen und Ehrenamtliche machen Wien besonders lebenswert. Birgit Greifeneder ist eine von ihnen und leitet mit Leidenschaft den LernLEO, eine kostenlose Lernhilfe des Samariterbunds für Kinder und Jugendliche.

Für Birgit Greifeneder ist ihr Beruf eine Berufung. Seit über sieben Jahren leitet sie das LernLEO und war maßgeblich an der Entstehung der kostenlosen Lernhilfe im 2. Bezirk beteiligt. „Zu Beginn war es nur ein Konzept, das ich dann zum Leben erwecken durfte. Seitdem unterstütze ich Kinder auf ihrem Weg zum Lernerfolg“, so die LernLEO-Leiterin. Ursprünglich ist Greifeneder ausgebildete Psychologin, die Arbeit mit Kindern hat sie jedoch schon immer interessiert. Als die Chance kam, dieses Projekt mitaufzubauen, war sie sofort begeistert und mit ganzem Herzen dabei.

Frau Greifeneder öffnet drei Schülerinnen die Tür.

Um 12.30 Uhr trudeln langsam die ersten Kinder für die heutige Nachmittagsbetreuung ein. © PID/Markus Wache

Eine Chance auf eine gute Zukunft

Eine gute Bildung ist das A und O für eine gute Zukunft. Das erfolgreiche Absolvieren der Schullaufbahn hängt jedoch wesentlich von den Eltern ab. Wobei drei Faktoren den Bildungsweg von Kindern nachweislich negativ beeinflussen: ein sozioökonomisch schwaches Elternhaus, niedrige Berufsausbildung beziehungsweise die sogenannte Bildungsferne der Eltern und eine andere Erstsprache. Wenn ein Kind in einer Familie aufwächst, auf die alle drei genannten Faktoren zutreffen, benötigt dieses Kind ein hohes Maß an außerschulischer Unterstützung. Ansonsten wird der Aufstieg via Bildung nur schwer gelingen. Die im LernLEO betreuten Kinder und Jugendlichen kommen aus eben solchen Familien mit den angeführten, erschwerenden Faktoren und haben daher bereits sehr viele negative Erfahrungen in der Schule gemacht. Viele von ihnen erleben den täglichen Schulalltag als schwierig und frustrierend, vor allem wenn sie Dinge tun müssen, die sie nicht verstehen, nicht gut können und daher auch nicht tun wollen.

In der täglichen pädagogischen Arbeit im LernLEO liegt daher der Fokus darauf, bereits verfestigte Frustrationen aufzubrechen und Negativerlebnisse durch positive Lernerfahrungen zu ersetzen. Es geht darum, die Freude und den Spaß am Lernen zurückzubringen, vorhandene Ängste zu beseitigen, um das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler zu stärken und die Motivation zu erhöhen, ihren zukünftigen Berufs- und Lebensweg selbstständig bestimmen zu können und die Chance auf eine positive Absolvierung der Schule zu erhöhen. Das Angebot richtet sich an Kinder zwischen sechs und 14 Jahren.

Die drei Schülerinnen sitzen mit zwei Betreuerinnen an einem Tisch und lernen.

Zuerst wird gemeinsam gelernt und die Hausübungen gemacht, danach gibt es eine gesunde Jause und anschließend wird gespielt. © PID/Markus Wache

Miteinander lernen

Gemeinsam mit ihren zwei Kolleginnen Linda und Stefanie sowie zwei bis drei Ehrenamtlichen pro Tag bietet Greifeneder im LernLEO kostenlose Lernhilfe für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche an. Doch was heißt das genau? „Die Kids kommen nach der Schule zu uns. Jedes Kind kommt zwei Mal in der Woche für zwei Stunden ins LernLEO. Am Freitag haben wir die Möglichkeit, noch zusätzliche Unterstützung und Förderung anzubieten. So können manche Kinder drei Mal in der Woche kommen. Gemeinsam machen wir die Hausübungen. Wenn eine Schularbeit oder ein Test bevorsteht, lernen wir dafür. Eigens dafür haben wir auch zu Beginn jedes Schuljahrs von allen Kindern die Termine von Schularbeiten, Referaten oder Tests aufgeschrieben. So können wir uns gemeinsam darauf vorbereiten“, so Greifeneder. Momentan gibt es 42 besetzte Plätze. „Das ist das Maximum, da bei uns die Individualität jedes einzelnen Kindes im Mittelpunkt steht“, so die Leiterin. Im LernLEO wird jedes Kind seinen Bedürfnissen entsprechend betreut. So sind täglich nur elf Kinder pro Gruppe da – von 13 bis 15 Uhr kommen Volksschulkinder, ab 15 Uhr Jugendliche bis zum 14. Lebensjahr. „Wir sprechen uns vorweg untereinander ab, wer welche Kinder betreut. Da geht es natürlich auch darum, wo jeder von uns seine Stärken sieht. Dabei versuchen wir ihnen in allen Fächern, in denen sie Unterstützung benötigen, zu helfen“, so Greifeneder. Zu Beginn musste sich die LernLEO-Leiterin selbst wieder in die gesamten Schulfächer einlesen und Pythagoras‘ Satz, englische Grammatik oder die österreichische Geschichte auffrischen. „Natürlich gibt es immer wieder Themen, bei denen ich mich nicht so gut auskenne, aber wir sitzen hier eng zusammen und ich kann mich mit meinen Kolleginnen jederzeit austauschen. Wenn es einmal niemand weiß, dann ist es einfach nur wichtig zu wissen, wo man nachschauen kann – das Internet kann einem da schon sehr gut weiterhelfen“, erzählt sie.

Entwicklung fördern und Motivation wecken

„All unsere Kinder kommen aus Familien mit sozial schwachem Hintergrund und viele von ihnen sprechen zu Beginn oft nur schlecht Deutsch. Wir üben sehr viel mit ihnen und es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie schnell Kinder etwas Neues lernen können“, so Greifeneder. Für die Leiterin steht fest: Jedes Kind lernt gerne und ist wissbegierig, nur es fehlt der Raum für ein konzentriertes Lernen und die Unterstützung. Deshalb ist es für sie auch besonders wichtig, den Kindern einen Ort zu bieten, an dem sie sich geborgen und sicher fühlen. „Für mich ist es so schön zu sehen, wenn ein Kind, das sich zu Beginn noch sehr schwer im Unterricht getan hat, viele schlechte Noten nach Hause gebracht hat, durch unsere Unterstützung auf einmal statt einer Vier in Deutsch eine Zwei bekommt. Wie sehr sie sich über ihren Erfolg freuen, das macht mich so glücklich. Wir bekommen diesen Lernerfolg ja direkt mit.“ Im LernLEO werden neben Nachhilfe in Schulfächern und Sprachunterricht auch kindgerechte Workshops zu unterschiedlichen Themen wie Lernen lernen, Konzentrationsübungen oder auch der richtige Medienkonsum angeboten.

Betreuerin und Schülerin sitzen am Tisch und lernen.

Birgit Greifeneder und ihre Schülerin Damla beim Lernen. Heute steht Englisch auf dem Programm. © PID/Markus Wache

Lust am Lernen

Dass Birgit Greifeneder und ihre Arbeit bei den Kindern gut angenommen werden, merkt man auch an dem liebevollen Umgang, den die Kinder mit der Leiterin pflegen. Viele von ihnen sind bereits seit Beginn des LernLEO dabei und haben sich in den letzten Jahren enorm gesteigert, so wie Damla. Das Mädchen besucht das LernLEO seit der ersten Volksschulklasse und ist jetzt bald mit der Pflichtschule fertig. „Als Damla zu uns kam, hat sie sehr schlecht Deutsch gesprochen und wir haben dann sehr viel geübt. Jetzt kommt sie bald in die vierte Unterstufe und ist eine der Besten in ihrer Klasse. Ab dem nächsten Jahr will sie die Handelsakademie besuchen. Genau für solche Erfolge mache ich das alles. Um Kindern, die es schwer im Leben haben, eine gute Chance auf Bildung und eine bessere Zukunft zu ermöglichen“, so Greifeneder.

Betreuerin steht in der Küche und bereitet etwas zu Essen vor.

Nach dem Lernen raucht der Kopf, frische Früchte und Müsliriegel sorgen für neue Energie. © PID/Markus Wache

Das LernLEO wird zur Gänze von privaten Spenden finanziert. Es gibt eine lange Warteliste an interessierten Kindern. Ist ein Kind aber erst einmal dabei, kann es bis zur vierten Unterstufe das LernLEO besuchen. „Das ist uns ganz wichtig, denn der Bedarf bei den Kindern hört nicht einfach auf. Wir schauen, dass wir dranbleiben und dass wir auf dem, was wir im ersten Jahr gemeinsam erlernt haben, aufbauen können“, sagt Greifeneder.

Hand hält vier Lernpässe in die Kamera.

“Kinder wollen lernen, und wenn sie Erfolge sehen und sich verbessern, steigen die Motivation und die Freude am Lernen ganz automatisch“, so Greifeneder. Im 1×1-Pass werden die Erfolge der Kinder festgehalten. © PID/Markus Wache

Gemeinsam Spaß haben

Auch wenn der Fokus auf dem Lernen liegt, kommt der Spaß im LernLEO nicht zu kurz. „Wir spielen mit den Kindern, reden sehr viel mit ihnen, haben eine Leseecke und machen mit ihnen Ausflüge. So waren wir im Sommer in St. Margarethen im Family Park. Der Ausflug wurde uns gesponsert. Das war wirklich ein tolles Erlebnis, da sich leider viele Familien seltener Freizeitaktivitäten leisten können“, erzählt die Leiterin. Die Aktivitäten fördern den sozialen Zusammenhalt der Gruppe und bieten eine fröhliche Abwechslung im Alltag der Kinder. „Im LernLEO gibt es keine Hänseleien. Auch gegenüber Neuen sind die Kinder meist sehr aufgeschlossen. Das liegt daran, dass alle aus demselben Grund und mit demselben Ziel kommen. Sie wollen ihre schulischen Leistungen verbessern und somit ihre Chance auf eine bessere Zukunft selbstbestimmt in die Hand nehmen“, so Greifeneder.

Auch auf eine gesunde Ernährung wird im LernLEO geachtet. So gibt es an den Gruppenraum angeschlossen eine schmale Küchenzeile. Hier werden jeden Tag gesunde Leckereien, bestehend aus frischem Obst und Müsliriegel, bereitgestellt.

Mitmachen!

Wer gerne mit Kindern arbeitet und haben Spaß daran hat, ihnen bei Hausaufgaben und Co weiterzuhelfen, ist beim LernLEO goldrichtig. Das LernLEO ist immer auf der Suche nach Personen, die gerne Gutes tun und Kindern Zeit schenken möchten. Weitere Informationen gibt’s hier.

„Ich halte die Stadt am Laufen“ – Markus B., Einsatzleiter

Mehr als 1.000 Anrufe gehen täglich in der Einsatzzentrale der Berufsrettung Wien ein. Wir haben Einsatzleiter Markus gebeten, uns aus seinem Alltag zu erzählen.

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Ich habe mich in sehr jungen Jahren für die Berufsrettung entschieden – mit 21 Jahren. Um Erfahrung zu sammeln und den Menschen zu helfen. Natürlich sucht man in der Jugend auch ein bisschen die Action. Nach ein paar Jahren im Fahrdienst wollte ich auch einmal die andere Seite sehen. Wer schickt mich eigentlich zum Einsatzort? Warum werde ich dorthin geschickt? Wie sieht so ein Anruf aus, bevor ein Einsatzfahrzeug losgeschickt wird? Ich habe ein paar Jahre in der Leitstelle verbracht und mich dann entschlossen, Einsatzleiter zu werden. Ich wollte einen Schritt weiter gehen und auch hier wieder sehen, wie und warum Entscheidungen getroffen werden. Einfach um zu sehen, warum die Dinge so ablaufen, wie sie es tun.

Wie wird ein Notruf üblicherweise abgewickelt?

Der ideale Anruf sieht so aus: Der Berufer sollte ruhig und nicht aufgeregt sein. Natürlich ist der Berufer oft im Stress. Aber sie oder er sollte versuchen, ruhig zu bleiben. Am anderen Ende der Leitung sitzt ein Profi, der einem weiterhilft und mit einem alle Fragen durchgeht. Hier ist es sehr wichtig, dass die Fragen ruhig beantwortet werden. Oft wird in der Zwischenzeit schon ein Fahrzeug informiert. Das heißt, dass schon während des Telefonats ein Fahrzeug entsandt wird. Deshalb ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Wir stellen zu diesem Zeitpunkt alle wichtigen Fragen, um die bereits zufahrende Mannschaft darüber zu informieren, was sie vor Ort erwartet

Wie würdest du deinen Beruf beschreiben?

Ich würde meinen Beruf als ereignisreich, abwechslungsreich, interessant und sehr lehrreich beschreiben.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Für den Beruf sollte man Ruhe, Lernbereitschaft und Stressresistenz mitbringen. Besonders die Stressresistenz ist wichtig. Es geht oft sehr laut und sehr hektisch zu. Gerade dann muss man einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen.

Wie geht man am besten mit stressigen Situationen um?

Das ist sehr schwer zu sagen. Ich glaube, es kommt mit der Erfahrung und der Routine, wie man mit unterschiedlichen Situationen umgeht. Ich glaube, ein Hausmittelchen dafür gibt es nicht.

Was willst du in deinem Beruf auf keinen Fall missen?

Ehrlich? Meine Kollegen sowie meine Mitarbeiter.

Wie lange übst du deinen Beruf bereits aus?

Ich übe meinen Beruf 14 Jahre aus. Vielleicht ein bisschen mehr.

Mit welchem Gefühl gehst du nach einem Dienst nach Hause?

Ich gehe meist mit einem guten Gefühl nach Hause. Es hilft zu wissen, dass man etwas Gutes getan hat. Es braucht Leute wie mich, damit die Stadt läuft, wie sie laufen soll. Damit die Einsatzkräfte tun können, was sie tun, und die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen werden.

Wo kann man sich weitere Infos holen?

Im Internet auf unserer Homepage wien.gv.at gibt es weitere Informationen.

Lernhelfer Michael: „Immer positiv bleiben und Geduld haben“

Welche Eigenschaften sollte man für das freiwillige Helfen mitbringen?

Je nachdem, in welchem Bereich man ehrenamtlich arbeitet, braucht man ganz andere Stärken und Eigenschaften. Bei mir, also bei der Arbeit mit Kindern, ist Geduld sehr wichtig. Jedes Kind ist anders, bei manchen braucht man mehr Geduld, bei manchen weniger. Sie verstehen mehr, als man annimmt, aber manchmal wollen sie es einfach nicht verstehen. Da braucht es dann die Geduld. Man erklärt es nochmal korrekt und dann geht’s. Auf jeden Fall muss man immer positiv bleiben und Geduld haben.

Was schätzt du an Wien besonders?

An Wien liebe ich besonders das Familiäre! Ich hab wirklich das Gefühl, dass es in der Stadt einen Zusammenhalt gibt. Sonst gefällt mir, dass die Stadt so ruhig ist und sie ist wunderschön! Aber gleichzeitig bietet sie extrem viel an, was man unternehmen kann, auch draußen, sie hat viele Grünflächen. Wien hat eine gute Mischung aus einer Groß- und einer Kleinstadt, finde ich, das liebe ich an der Stadt.

Wie empfindest du die Hilfsbereitschaft in Wien?

Ich habe das Gefühl, dass in Wien schon eine starke Hilfsbereitschaft herrscht, die Leute sind füreinander da, helfen sich. Es gibt einfach einen starken Zusammenhalt hier. Natürlich kann es immer mehr geben, vor allem in diesem Bereich.

Was würdest du dir gerne von den WienerInnen wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Menschen freiwillig engagieren. Zu viele Helfer kann es nie geben. Außerdem gibt es einem etwas, wenn man Menschen hilft, nicht nur an sich denkt, sein Herz für andere Menschen öffnet und Zeit für sie findet. Wenn man gibt, bekommt man dadurch auch extrem viel zurück.

Wie hast du angefangen, ehrenamtlich zu arbeiten?

Ich habe zuerst recherchiert. Unter wien.gv.at habe ich mich informiert, was es da so gibt. Das hat mir sehr geholfen, man konnte nach Kategorien ordnen und sehen, wo jemand gebraucht wird. Man kann einfach schauen, was für einen am besten geeignet ist.

Gibt es deiner Meinung nach schon genügend freiwillige HelferInnen?

In manchen Bereichen gibt es genügend freiwillige HelferInnen, aber im Großen und Ganzen sind es noch zu wenig. Wien ist offener für das Thema als gewisse andere Städte, in denen ich war, aber da geht noch mehr.

Wo kann man sich weitere Infos holen?

Wenn man sich informieren und freiwillig engagieren möchte, dann kann man gerne auf wien.gv.at nachschauen.

„Ich bin immer die Erste vor Ort“ – Sabine D., Berufsrettung

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Mir wurde der Job mehr oder weniger in die Wiege gelegt. Beide Eltern waren Sanitäter, so war es für mich ein leichtes, den Berufsweg zu gehen, und jetzt mache ich den Job seit mittlerweile sechseinhalb Jahren.

Wie würdest du deinen Beruf beschreiben?

Der Job ist wunderschön, aber auch sehr fordernd und anstrengend. Man muss in kürzester Zeit wichtige, möglicherweise lebenswichtige Entscheidungen treffen. Aber der Druck und Stress zahlen sich aus, wenn man dann den dankbaren Blick des Patienten sieht und weiß, man war in der Not für ihn da und hat geholfen. Das ist eines der schönsten und berührendsten Gefühle, die es gibt.

Mit welchen Gefühlen gehst du aus einem Dienst raus?

Ich geh mit verschiedensten Gefühlen aus dem Dienst. Meistens sind es schöne Gefühle. Auch wenn der Job natürlich sehr anstrengend und fordernd ist und ich beim Heimgehen immer sehr müde bin, ist es einfach ein schönes Gefühl zu wissen, man hat Menschen in einer Notlage geholfen.

Welche Momente willst du auf keinen Fall missen?

Ein ganz besonderer Moment ist immer der unglaublich dankbare Blick der Menschen, wenn man sie an den Arzt im Spital für die weitere Versorgung übergibt, nachdem man in dem Moment für sie da war, wo sie sonst keinen hatten.

Warum bist du so wichtig für die Stadt Wien?

Ich glaube, ich bin wegen der Empathie wichtig, weil ich mich in die Menschen reinfühlen kann. Aber sicher bin ich es wegen der extrem guten Ausbildung, die das Rettungswesen in Wien vermittelt. Weil ich diese Ausbildung in der Notfallrettung einsetze. Dort braucht man Menschen, die für einen da sind, wenn man verletzt oder erkrankt ist.

Was würdest du jungen Menschen empfehlen?

Ich würde jungen Menschen empfehlen, sich für die Berufsrettung zu entscheiden, wenn es eure Berufung ist und wenn ihr wirklich Hilfe am Menschen leisten möchtet. Nicht nur wegen dem Blaulichtfahren oder den Einsatzfahrzeugen.

Wo gibt es für WienerInnen Möglichkeiten, Erste-Hilfe-Kurse zu absolvieren?

Es gibt in Wien verschiedene Möglichkeiten, einen Erste-Hilfe-Kurs zu absolvieren. Bei privaten Rettungsorganisationen und auch bei uns kann man Erste-Hilfe- oder 16-Stunden-Erste-Hilfe-Kurse machen. Die sind definitiv empfehlenswert, Ersthelfer sind sehr wichtig für uns am Notfallort.

Was würdest du jedem/r MitbürgerIn empfehlen?

Ich würde den Mitbürgerinnen und Mitbürgern ans Herz legen, einen 16-Stunden-Erste-Hilfe-Kurs zu machen. Den bietet jede private Rettungsorganisation in Wien an und wir auch. Einfach weil es für uns teilweise das Um und Auf ist, einen qualifizierten Ersthelfer vor Ort zu haben.

Kümmert sich Wien um seine BürgerInnen?

Definitiv. Gerade in der Öffentlichkeit, bei großen Einsätzen, wo viele verschiedene Institutionen zusammenarbeiten müssen, sieht man, wie Wien sich um die Bürgerinnen und Bürger kümmert. Die Stadt und die Zusammenarbeit funktionieren einfach und das 24 Stunden am Tag.

„Ich gebe immer 122 Prozent.“ – Christoph K., Feuerwehrmann

Warum hast du dich für die Berufsfeuerwehr entschieden?

Ich habe mich für die Berufsfeuerwehr entschieden, da es ein sehr vielfältiger Beruf ist. Jeder Tag – oder zumindest jeder zweite Tag –, an dem ich Dienst habe, ist unterschiedlich. Es gibt jeden Tag etwas anderes zu tun. Genau deshalb habe ich mich für diesen Beruf entschieden.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Es ist von Vorteil, wenn man einen technischen Beruf erlernt hat. Wenn man die Ausbildung abgeschlossen hat und das Bundesheer beziehungsweise den Zivildienst beendet hat, kann man die Grundausbildung beginnen. Diese dauert sechs Monate und findet im FAZ (Feuerwehrausbildungszentrum) in Floridsdorf statt. Dort haben wir eine eigene Feuerwehrschule. Wenn man diese erfolgreich absolviert, geht man in den 24-Stundendienst über.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Der Arbeitsalltag sieht grob gesagt so aus: Um 07:25 müssen wir antreten. Also komme ich ein bisschen früher. Beim Antreten kontrolliert der Zugskommandant, ob alle anwesend sind. Danach bekommen wir die Dienstpläne. Wer steht wo, wer fährt welches Fahrzeug und wer fährt wo mit? Anschließend erklärt der Zugskommandant, welche Tätigkeiten oder Übungen am Tag anstehen. Zum Beispiel: vormittags PKW schneiden und nachmittags theoretische Schulungen. In der Zwischenzeit bekommt auch jeder individuelle Aufgaben, z.B. Kochen. Ohne Essen sinkt die Moral. Zwischendurch fahren wir natürlich auch aus. Wenn ein Alarm kommt, lassen wir alles liegen und stehen und fahren los.

Wie können euch die Wienerinnen und Wiener unterstützen?

Gut wäre etwas mehr Umsichtigkeit. Gut wäre, wenn die Wienerinnen und Wiener ein bisschen mehr auf ihr Umfeld achten würden, zum Beispiel an einem Zebrastreifen. Man kann andere, die ein Einsatzfahrzeug vielleicht nicht rechtzeitig erkennen, warnen. Super wäre auch, wenn die Wienerinnen und Wiener im Verkehr schneller reagieren und agieren würden. Einfach ein bisschen präsenter sein. Nicht überhastet – es soll ja auch nix passieren.

Wo können sich die Wienerinnen und Wiener weitere Infos zur Berufsfeuerwehr holen?

Mehr Informationen zur Berufsfeuerwehr Wien findet man im Internet unter feuerwehr.wien.at. Sollte man einen Notfall haben oder einen beobachten, gleich die Nummer 122 anrufen. Selbst dann, wenn man sich nicht sicher ist, ob es unser Zuständigkeitsbereich ist, besser es ruft jemand an, wir schauen nach und es ist nichts, als wenn nicht angerufen wird und wir kommen zu spät und können nicht mehr helfen. Also im Zweifelsfall besser anrufen, als nicht anrufen.

„Mein Heimweg ist immer entspannt“ – Jasmin T., Wienerin

Woher stammst du?

Ich bin im 22. Bezirk aufgewachsen und lebe jetzt im 4. Wiener Gemeindebezirk.

Was ist dein Eindruck von Wien?

Also ich finde, Wien ist eine total lebenswerte Stadt! Sie ist grün, sie ist hell, man spürt einfach das urbane Leben.

Wie bewegst du dich in der Stadt fort?

Ich fahre öffentlich. Die öffentlichen Verkehrsmittel fahren am Wochenende ja 24 Stunden, so komme ich immer von A nach B. Also der Heimweg ist super entspannt für mich.

Hast du die Jahreskarte der Wiener Linien?

Ich hab mir die Jahreskarte gekauft, weil ich die öffentlichen Verkehrsmittel täglich nutze. Ich verwende sie für meinen Weg zur Arbeit und am Wochenende, um nach dem Fortgehen heimzukommen. Es ist ein super Angebot, das es in der Form in keiner anderen Stadt gibt.

Wie schneidet Wien im Vergleich mit anderen Städten ab?

Also wenn ich Wien mit anderen Städten vergleichen würde, würde ich sagen: Wien ist total sauber, Wien ist hell, freundlich und hilfsbereit und es ist grün! Man hat überall Grünflächen.

Wie sicher fühlst du dich in Wien?

Grundsätzlich habe ich ein Urvertrauen bzw. ein Grundvertrauen in die Stadt. Ich weiß, es sind zu jeder Uhrzeit Leute auf der Straße, und ich weiß auch, dass sie mir immer zu Hilfe kommen würden. Außerdem ist es hell in Wien, es ist gut beleuchtet. Ich bin einfach gut unterwegs.

Wusstest du, dass es in der Stadt Gratis-WLAN gibt?

Also, ich habe es nicht gewusst, danke für den Hinweis, aber das ist superklasse.

„Ich fühl mich gut aufgehoben“ – Sandra M., Wienerin

Was macht die Stadt Wien besonders attraktiv für Eltern?

Also als Erstes fällt mir da das tolle Freizeitangebot ein. Es gibt für alle Altersgruppen genug zu tun und das bei jedem Wetter. Außerdem wäre da noch die Natur! Es gibt so viele Parks, der Lainzer Tiergarten ist gleich ums Eck oder der Prater – einfach schön viel Grün. Das finde ich total wichtig, besonders für meine Kinder.

Warum ist Wien für dich so lebenswert?

Ich glaube unter anderem auch wegen des kulturellen Angebots ‒ ich liebe es, mit den Kindern ins Theater zu gehen. In Wien ist einfach immer etwas los, es gibt also auch genug Raum für Spontanität. Man kann überall hin, mit Freunden und den Kindern, es ist für jeden etwas dabei. Die Stadt ist zwar groß, aber doch überschaubar – es ist keine Metropole in dem Sinn, dass man sich verliert. Ich finde, es sind die netten kleinen Ecken, die den Charme ausmachen. Meine Kinder zum Beispiel lieben den Naschmarkt.

Hast du das Gefühl, dass sich Wien um seine Bürgerinnen und Bürger kümmert?

Total. Es gibt ja sowieso diesen Gratis-Kindergarten, also kostenlose Kinderbetreuung, und für die alleinerziehenden Eltern gibt es ja auch noch mal extra Unterstützung.

Warum fühlst du dich in Wien gut aufgehoben?

Es sind die kleinen Dinge, die Wien für die Wienerinnen und Wiener tut, zum Beispiel das Angebot mit dem sicheren Schulweg. Ich habe drei Kinder und die gehen alleine zur Schule. Wir haben den Weg mit dem Schulwegplaner geübt, es gibt Schullotsen und es ist verkehrstechnisch gut gesichert. Allgemein gibt es einfach ein gutes Bewusstsein der Autofahrer.

Was gefällt dir besonders an Wien?

Ich mag das Heimelige an Wien. Gerade in den Grätzln hat man richtig das Gefühl, man ist in seinem Dorf. Aber zugleich gibt es auch eine schöne Mischung verschiedenster Kulturen. Das liebe ich am meisten. Man geht raus vor die Tür und es ist familiär.

Was unterscheidet Wien von anderen Städten betreffend Kindererziehung und Bildung?

Was Wien in Sachen Kindererziehung und Bildung von anderen Städten unterscheidet, ist sicher das wirklich große Angebot, das aber trotzdem noch überschaubar bleibt. Auf der Website der Stadt Wien, wien.gv.at, bekommt man einen ziemlich guten Überblick über alle möglichen Schulen. Egal ob das jetzt Regelschulen oder alternative sind. Außerdem gibt es, auch bei Kindergärten, den Tag der offenen Tür, wo man sich selbst ein Bild machen kann. Oh, und es gibt auch Plattformen, wo man sich mit anderen Eltern austauschen kann.

Welche Angebote der Stadt Wien schätzt du besonders?

Also bestimmt mal die Gratis-Kinderbetreuung. Das ist ein Riesenplus. Der sichere Schulweg ist mir persönlich auch total wichtig. Was ich während der Schwangerschaft damals auch toll fand, ist der Wickelrucksack als Willkommensgeschenk. Und die Kurse für werdende Eltern haben auch geholfen, das ist auch eine tolle Sache.

Freizeitbetreuer Mohammed: „Alle, die den Job machen, machen ihn mit Herz.“

Wie hat deine freiwillige Arbeit begonnen?

Anfangs habe ich im Internet nach Arbeit gesucht. Da habe ich dann in einem Pensionisten-Wohnhaus eine Stelle für einen freiwilligen Helfer gefunden. Ich habe per E-Mail einen Termin ausgemacht und auch wahrgenommen. Bald darauf war ich im 16. Bezirk bei einem alten Herrn zu Besuch, dort wurde alles ausgemacht und besprochen, welche Tätigkeiten es zu tun gibt und was von mir erwartet wird. Bald danach habe ich angefangen und ein Jahr lang dort gearbeitet.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Diese Arbeit ist nicht für jeden geeignet. Man braucht viel Geduld. Alle, die den Job machen, machen ihn mit Herz. Man muss sich um die Menschen kümmern, ohne Ausnahmen. Mit 70 oder 80 ist man selbst auch alt. Dann werden sich andere um einen kümmern müssen. Ich schaue auf die Menschen wie auf mich oder einen Kollegen, oder so wie auf meine Freunde oder wie auf meine Familie.

Mit welchem Gefühl gehst du nach Hause?

Das ist ganz unterschiedlich. Nach getaner Arbeit gehe ich nach Hause und überlege, was ich an diesem Tag gemacht habe. Manchmal ist mir nach Lachen zumute, manchmal nach Weinen. Ich gebe immer mein Bestes, den älteren Menschen ein Lächeln zu schenken und mich darum zu kümmern, dass sie zufrieden sind. Das geht leider nicht immer. Ich habe einmal eine ältere Dame erlebt, deren Sohn mit 36 verstorben ist. Sie sagte mir „Mein Sohn ist gestorben“ und hat mir die ganze Geschichte erzählt. Ich habe ihr sofort gesagt, ich wäre für sie da. Sie hat mich an meine Mutter erinnert. Ich habe ihr auch einmal meine Familie vorgestellt, wir haben geplaudert und gelacht. Das war sehr schön.

Was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Freiwillige gäbe. Es bräuchte überall auf der Welt freiwillige Helfer. Geld sollte dabei gar keine Rolle spielen. Wir brauchen mehr helfende Hände. Ich höre das an jedem Tag, in jeder Woche, in der ich arbeite.

Vier Fragen an Therapiehundeführerin Gaby

Wie lange bist du als Freiwillige bereits tätig?

Ich habe vor ca. 5 Jahren als Freiwillige begonnen. Eine Krankheit hatte mich zuvor sehr zurückgeworfen. Ich hatte eine Krebserkrankung und das volle Programm durchgezogen: Chemo-, Strahlen- und Immuntherapie. Ich habe mir nur gedacht, wenn ich damit fertig bin, das alles geschafft und überstanden habe, dann hol ich mir einen Hund ins Haus. Er hat mir persönlich sehr weitergeholfen und mir vieles vereinfacht. Er hat mich in meinem ganzen Wesen verändert und mir das Gefühl gegeben, ich werde noch von anderen Menschen gebraucht. So hat das damals angefangen.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Eine große Voraussetzung ist der Wille. Der Wille zählt vor allem – man muss als Freiwilliger arbeiten wollen. Ansonsten braucht man auf jeden Fall Einsatzfreudigkeit, Teamfähigkeit und Freude. Freude an der Arbeit und auch an der Arbeit mit anderen Menschen. Aber natürlich auch mit Hunden, wie in dem Team, in dem ich arbeite.

Wie sieht die Ausbildung eines Therapiehundes aus?

Wir haben als Team zuerst die Hundeschule absolviert und dann natürlich auch die Prüfungen, damit eine Unterordnung funktioniert. Erst danach sind wir auf die Suche gegangen, für welche Tätigkeit mein Hund geeignet wäre.

Mit welchem Gefühl gehst du nach Hause?

Ich bin glücklich. Glücklich und zufrieden. Weil wir den Menschen etwas beibringen und etwas für sie verändern können. Die Abschiede sind herzlich, sie winken, wenn wir gehen. Sie winken sogar dem Hund – der kann auch zurückwinken, wenn er die Pfote hebt. Es steckt viel Emotion in dem Beruf, es ist eine Freude, nach getaner Arbeit zu wissen, ich habe den Job gut gemacht und die Menschen haben eine große Freude daran gehabt, mit uns zu arbeiten. Es ist für viele Menschen, zum Beispiel Menschen mit Demenz, nicht einfach. Aber wenn man auf sie zugeht, sich mit ihnen unterhält, sich auf sie einlässt und sich mit ihnen befasst, bekommt man so viel zurück. Das finde ich sehr wichtig. Besonders in einer Stadt, wo man miteinander leben muss, sollte man sich umeinander kümmern. Keiner sollte alleine dastehen.

„Mir sind saubere Parks wichtig.“ – Andreas F., Wiener

Warum ist Wien die ideale Stadt für Groß und Klein?

Das kann ich nur beurteilen, weil ich schon sehr lange in Wien lebe. Vor über 70 Jahren bin ich noch über die Bombentrichter gestolpert, das war ein sehr trauriges Bild. Aber innerhalb dieser 70 Jahre hat sich ungeheuer viel getan, vor allem in den letzten 10, 20, 30 Jahren. Es macht mir eine große Freude zu sehen, wie viel da passiert ist und passiert. Die Parkanlagen sind schön grün und sauber, es gibt die Waste Watcher, es gibt das Sackerl für’s Gackerl! Vor 10 Jahren bin ich am Gehsteig Spießrouten gelaufen, weil ich keinen geraden Weg gefunden habe – das ist jetzt natürlich viel schöner. Das Gartentelefon ist so ein zusätzliches Ding, das hab ich zwar noch nie ausprobiert, aber ich weiß, das ist eine gute Sache für Wien!

Warum sind Ihnen saubere Parks wichtig?

Da könnte ich nur eine Gegenfrage stellen. Natürlich sind mir saubere Parks wichtig. Ich gehe hier mit meinen Enkelkindern spazieren und wenn die da spielen, soll es auch schön sauber sein! Außerdem sollen sie in Zukunft ja auch eine saubere Umwelt haben.

Wo sind die diversen Grünflächen anzutreffen?

Die diversen Grünflächen sind leicht zu finden. Die laufen einem sozusagen über den Weg. Man kann ja auch auf der Website wien.gv.at auf die Karte schauen. Als Architekt schaue ich da ganz oft rein  und da sehe ich natürlich das Angebot an Parks. Ich brauche sie mir dann nur noch auszusuchen.

Was halten Sie vom Angebot an Grünflächen in der Stadt Wien?

Im Durchschnitt ist das Angebot hervorragend. Nicht in allen Bezirken gleich viel Grünflächen, da gibt es natürlich Ausnahmen, aber die Tendenz ist einfach so, dass es zunehmend Grünflächen gibt und dass das Angebot an Parks sehr in Ordnung ist.