Freizeitbetreuer Mohammed: „Alle, die den Job machen, machen ihn mit Herz.“

Wie hat deine freiwillige Arbeit begonnen?

Anfangs habe ich im Internet nach Arbeit gesucht. Da habe ich dann in einem Pensionisten-Wohnhaus eine Stelle für einen freiwilligen Helfer gefunden. Ich habe per E-Mail einen Termin ausgemacht und auch wahrgenommen. Bald darauf war ich im 16. Bezirk bei einem alten Herrn zu Besuch, dort wurde alles ausgemacht und besprochen, welche Tätigkeiten es zu tun gibt und was von mir erwartet wird. Bald danach habe ich angefangen und ein Jahr lang dort gearbeitet.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Diese Arbeit ist nicht für jeden geeignet. Man braucht viel Geduld. Alle, die den Job machen, machen ihn mit Herz. Man muss sich um die Menschen kümmern, ohne Ausnahmen. Mit 70 oder 80 ist man selbst auch alt. Dann werden sich andere um einen kümmern müssen. Ich schaue auf die Menschen wie auf mich oder einen Kollegen, oder so wie auf meine Freunde oder wie auf meine Familie.

Mit welchem Gefühl gehst du nach Hause?

Das ist ganz unterschiedlich. Nach getaner Arbeit gehe ich nach Hause und überlege, was ich an diesem Tag gemacht habe. Manchmal ist mir nach Lachen zumute, manchmal nach Weinen. Ich gebe immer mein Bestes, den älteren Menschen ein Lächeln zu schenken und mich darum zu kümmern, dass sie zufrieden sind. Das geht leider nicht immer. Ich habe einmal eine ältere Dame erlebt, deren Sohn mit 36 verstorben ist. Sie sagte mir „Mein Sohn ist gestorben“ und hat mir die ganze Geschichte erzählt. Ich habe ihr sofort gesagt, ich wäre für sie da. Sie hat mich an meine Mutter erinnert. Ich habe ihr auch einmal meine Familie vorgestellt, wir haben geplaudert und gelacht. Das war sehr schön.

Was würdest du dir wünschen?

Ich würde mir wünschen, dass es mehr Freiwillige gäbe. Es bräuchte überall auf der Welt freiwillige Helfer. Geld sollte dabei gar keine Rolle spielen. Wir brauchen mehr helfende Hände. Ich höre das an jedem Tag, in jeder Woche, in der ich arbeite.