„Ich halte die Stadt am Laufen“ – Markus B., Einsatzleiter

Mehr als 1.000 Anrufe gehen täglich in der Einsatzzentrale der Berufsrettung Wien ein. Wir haben Einsatzleiter Markus gebeten, uns aus seinem Alltag zu erzählen.

Warum hast du dich für diesen Beruf entschieden?

Ich habe mich in sehr jungen Jahren für die Berufsrettung entschieden – mit 21 Jahren. Um Erfahrung zu sammeln und den Menschen zu helfen. Natürlich sucht man in der Jugend auch ein bisschen die Action. Nach ein paar Jahren im Fahrdienst wollte ich auch einmal die andere Seite sehen. Wer schickt mich eigentlich zum Einsatzort? Warum werde ich dorthin geschickt? Wie sieht so ein Anruf aus, bevor ein Einsatzfahrzeug losgeschickt wird? Ich habe ein paar Jahre in der Leitstelle verbracht und mich dann entschlossen, Einsatzleiter zu werden. Ich wollte einen Schritt weiter gehen und auch hier wieder sehen, wie und warum Entscheidungen getroffen werden. Einfach um zu sehen, warum die Dinge so ablaufen, wie sie es tun.

Wie wird ein Notruf üblicherweise abgewickelt?

Der ideale Anruf sieht so aus: Der Berufer sollte ruhig und nicht aufgeregt sein. Natürlich ist der Berufer oft im Stress. Aber sie oder er sollte versuchen, ruhig zu bleiben. Am anderen Ende der Leitung sitzt ein Profi, der einem weiterhilft und mit einem alle Fragen durchgeht. Hier ist es sehr wichtig, dass die Fragen ruhig beantwortet werden. Oft wird in der Zwischenzeit schon ein Fahrzeug informiert. Das heißt, dass schon während des Telefonats ein Fahrzeug entsandt wird. Deshalb ist es wichtig, ruhig zu bleiben. Wir stellen zu diesem Zeitpunkt alle wichtigen Fragen, um die bereits zufahrende Mannschaft darüber zu informieren, was sie vor Ort erwartet

Wie würdest du deinen Beruf beschreiben?

Ich würde meinen Beruf als ereignisreich, abwechslungsreich, interessant und sehr lehrreich beschreiben.

Welche Eigenschaften sollte man mitbringen?

Für den Beruf sollte man Ruhe, Lernbereitschaft und Stressresistenz mitbringen. Besonders die Stressresistenz ist wichtig. Es geht oft sehr laut und sehr hektisch zu. Gerade dann muss man einen kühlen Kopf bewahren und die richtigen Entscheidungen treffen.

Wie geht man am besten mit stressigen Situationen um?

Das ist sehr schwer zu sagen. Ich glaube, es kommt mit der Erfahrung und der Routine, wie man mit unterschiedlichen Situationen umgeht. Ich glaube, ein Hausmittelchen dafür gibt es nicht.

Was willst du in deinem Beruf auf keinen Fall missen?

Ehrlich? Meine Kollegen sowie meine Mitarbeiter.

Wie lange übst du deinen Beruf bereits aus?

Ich übe meinen Beruf 14 Jahre aus. Vielleicht ein bisschen mehr.

Mit welchem Gefühl gehst du nach einem Dienst nach Hause?

Ich gehe meist mit einem guten Gefühl nach Hause. Es hilft zu wissen, dass man etwas Gutes getan hat. Es braucht Leute wie mich, damit die Stadt läuft, wie sie laufen soll. Damit die Einsatzkräfte tun können, was sie tun, und die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit getroffen werden.

Wo kann man sich weitere Infos holen?

Im Internet auf unserer Homepage wien.gv.at gibt es weitere Informationen.